Woanders am Tresen

Freitag kurzfristig den aberwitzigen Plan entwickelt, den Abend nicht am Stehtresen zu verbringen, sondern zur Abwechslung was ganz verrücktes zu unternehmen. Heimlich, still und leise überquerten wir den Rhein. Wir fuhren eine Stunde lang durch dunkle, nicht sonderlich einladend wirkende Landschaften. Wir fuhren nach Bochum.

In der dort seit gefühlten 80 Jahren ansässigen Diskothek “Stargate” stieg die 70er/80er-Party, eine Veranstaltung, die dereinst als bestbesuchter Tag in eben diesem Tanzlokal galt. Ein lustiger Abend, befanden am Tag darauf alle, wobei die Musik dann doch stellenweise etwas ins Homoklischee abflachte (“At first I was afraid…”). Der Darkroom befindet sich in einem kalten, extra angebauten Gemäuer, das irgendwie alle “Garage” nannten. Einige schwule Autonarren wollten mich zu einer gründlichen Durchsicht überreden, ich konnte gerade rechtzeitig abbiegen.

Nach einem traurigen Blues zu “Thank you for the music”, offensichtlich der Rausschmeißer, kehrte uns das Putzpersonal vor die Türe und in eine Kaschemme namens “Intershop”, an die ich mich nur schemenhaft erinnern kann. Zurück am heimatlichen Stehtresen ging auch im Ecklokal das Putzlicht an.

Als ich am nächsten Tag die Augen aufschlug, wars schon wieder dunkel. Das muss Gutes bedeuten, darum bekommt Bochum 7 von 12 Punkten.