Im Flixbus vor mir fährt ein junges Mädchen

Auf der Strecke Dresden – Köln (via Dortmund, Kassel, Göttingen, Leipzig) fährt für FlixBus das Unternehmen Fröhlich Reisen. Fröhlich war die Sause jetzt nicht so, aber ich kann die Transportform wirklich empfehlen. Ein kurzer Erfahrungsbericht:

Hauptgrund: Es ist einfach unschlagbar billig. Selbst wenn man so spät (faul) dran ist, wie ich, sind 45 Euro immer noch ne Ansage. Selbst mit Bahncard 50 und mit Sitzplatzreservierung bin ich knapp 30 Euro teurer unterwegs. Mitfahrgelegenheit ist vermutlich ähnlich teuer, allerdings kann man da auch Pech haben (Laberbacken, Raser, Schlepper) – was einem im Bus eher erspart bleibt.

Am letzten Donnerstag sind wir 10:50 Uhr zu zwölft im Bus losgefahren, zwischendurch waren mal 17 Passagiere an Bord, was jedem ausreichend Platz lässt. Der Bus selbst war augenscheinlich – und nach Aussage des wortkargen, aber freundlichen und hervorragend fahrenden Busfahrers (Fahrerwechsel in Göttingen, gleiche Eigenschaften) – ein eher älteres Model. Beinfreiheit hielt sich in Grenzen, W-LAN war irgendwie da – aber unbenutzbar. Was nicht so schlimm war, denn Steckdosen gab es in diesem Bus ja auch nicht. Bei einer Fahrzeit von achteinhalb Stunden ist man auch mit Schmalspurnutzung beim iPhone ja schon froh, wenn man noch genügend Saft hat, um nach Ankunft noch ne Fahrkarte für den ÖPNV zu kaufen.

Die lange Fahrzeit (Ankunft 19:20 Uhr, 10 Minuten Verspätung) kommt vor allem durch die Zwischenhalte zustande, natürlich muss der Bus hierfür ein wenig in die Städte reinfahren. Dortmund ist sehr hässlich.

Dortmund_Doydoy

 

Am Leipziger Flughafen kann man dafür viel erleben:

Leipzig_Flughafen

Für Raucher natürlich ne schöne Sache, diese Zwischenstopps.

Unschön: Formatradio in Deutschland: Wenn man mehr als acht Stunden mit WDR2, hr3, NDR2 und MDR Jump verbracht hat, ist man geschädigt für Wochen. Das sinnlose Gebrabbel der Moderatoren und die Brunomarsierung der Musikuntermalung ist so egal, dass man Aggressionen bekommt. Bekommen muss. Dagegen hilft übrigens auch das Speisen- und Getränkeangebot nicht. Erstens gibt es nix außer Gummibärchen, Bifi Roll und Snickers, zweitens ist sechs Stunden alter Kaffee kein Argument (und daher auch das angepriesene Free Re-Fill  nicht).

Flixbus punktet beim Preis, bietet bei der Fahrzeit und den Abfahrtszeiten aber natürlich weniger Flexibilität als Bahn und Auto. Bei einer langen Strecke wie Köln-Dresden würde ich eher von Transport, als von einer Reise sprechen, aber das liegt halt in der Natur der Sache.

Dresden-Altstadt