Ich geh ins Funhaus

Das Funhaus ist ein Stricherclub in Ehrenfeld.

Das Funhaus ist eine Inszenierung des Theaterkollektivs ADOLESK in der Bühne der Kulturen in Ehrenfeld. Setting: Stricherclub. Als Performancetheater, was mir wirklich sehr entgegen kommt, denn: a) Rumlaufen statt stundenlangen Klappstuhlsitzens ist gut für die Bandscheibe und b) steter Alkoholzufluss entspricht meinem normalen Ausgehverhalten, was wiederrum dem entspricht, was sich die Macher von den Gästen wünschen. Seit dem zweiten Abend gibt es sogar kaltes Bier (was ich offensichtlich dermaßen toll finde, dass ich es in jede Ecke des Internetz schreiben muss, Entschuldigung).

Funhaus und Jungs

Und so läuft das im Stricherclub Funhaus: Man zahlt direkt mal Eintritt, lässt sich entweder vom Personal bepöbeln oder angraben und steht in einem dunklen Loch mit Tanzfläche und Bar so rum. Ebenfalls am rumstehen: Stricher. Der Rest des Abends läuft (scheinbar und zum Teil tatsächlich) vollkommen frei ab, denn plötzlich sind da noch mehr Räume, Freier (macht ja Sinn), Voyeure (zwangsweise das Publikum), die Puffmutter (tolles Finalkostüm!) und diverse andere Mitarbeiter des Etablissements, die man so vorher noch gar nicht realisiert hat.

Funhaus Promo

Am Ende läuft mein Lieblingslied aus dem Kessel Buntes. Genau genommen muss so ein Stück, das mit “Felicita” aufhört, so ungeheuer viel falsch machen, um mich nicht in Begeisterungsstürme zu versetzen, dass allein der Versuch sinnlos wäre. In diesem Fall gab es den Versuch nicht, denn – Albano hin, Romina her – ich bin ja schwer begeistert!

Ich möchte nicht zuviel verraten, nur ein paar Stichworte: Die Einrichtung: sehr hübsch geschmacklos. Die Jungs: sehr hübsch und toll gespielt. Die Musik: famos. Die Freier: wirken echt. Das Puffpersonal: mal grob, mal rührend. Der Sex: (sch)witzig. Das Ende: abrupt. Quasi wie im echten Leben.

Wenn man mehrmals geht, hat man ungeheuren Spaß daran, das Publikum zu beobachten, das sich der Inszenierung ab einem bestimmten Punkt schwer entziehen kann und sich selbst darin finden muss (Gesichterlesen!), mitwirken kann (oder muss) oder nach Hause geht. Auch gut: Entdecken, was wirklich im Drehbuch steht und was improvisiert ist. Das die Polizei bei der Premiere kommen musste wegen angeblicher Minderjährigkeit in der Jungsauslage – priceless.

Funhaus Promo 3

Lange Rede, kurzer Sinn: Unbedingt ansehen. Läuft noch zweimal: 13./14. September 2012 ab 19 Uhr. Die Bühne der Kulturen ist auf der Platenstrasse 32 in Köln. Facebook klärt auf.

Man selbst darf natürlich keine Fotos machen, aber gestern war ein Fotograf da, der – da lehn ich mich jetzt mal ausm Fenster – nicht mit ner Requisite am Rumfotografieren war. Sobald ich die Bilder irgendwo offiziell entdecke, klebe ich sie hier noch dabei. Lohnt sich nämlich.

Uuuuuund bitte:

Hach. Ich könnt schon wieder.

One thought on “Ich geh ins Funhaus”

  1. Danke, Danke, Danke! Super geschrieben, tolle Details, freue mich,d ass es Dir gefallen hat. Auf jeden Fall gibt es beim nächsten Mal ein VIP-Bändchen. ;)

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