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Flashback

Ich habe ja die kompletten zwölf Jahre meiner Schulzeit im gleichen Gebäude verbracht, geändert hat sich nur der Name (diverse Male, von der polytechnischen Oberschule mit Namenspatron aus dem Ostblock bis zu geschichtlich relevanteren Schulnamen nach der Wende). Letztes Wochenende sind wir im Rahmen des ersten Klassentreffens nach dem Abitur zum ersten Mal durch den Rohbau der neuen internationalen Schule, die gerade aus dem kläglichen Fundament geklöppelt wird, geführt worden. Hübsch wird das werden, inklusive Fußballfeld auf(!) der Turnhalle, wohingegen wir vor Jahren unsere blutjungen Knochen noch auf einem mit Steinen übersäten Aschehügel hinhalten mussten.

Die herrschende Klasse der Heterosexuellen hat sich seitdem mächtig ins Zeug gelegt und bei 48 für das Treffen gemeldeten Ex-SchulkameradInnen 19 Kinder fabriziert, zudem ist noch ein knappes Dutzend unterwegs. Ein guter Schnitt, finde ich. Beim abschließenden Event mit Buffet und Ramazotti habe ich die meiste Zeit damit verbracht, jedem auf unterschiedliche Weise beizubringen, dass ich zur Geburtenrate eher wenig beitragen werde. Entgegen hartnäckigen Gerüchten sieht man es mir tatsächlich nicht zwingend an, so dass durchaus amüsante Gespräche entstanden.

Zapfenstreich war schon um drei Uhr, was nicht an mir lag, ich hab dann das Licht ausgemacht. So mit Familie ist das Lotterleben halt vorbei…


(Mit Person links bin ich seit 25 Jahren befreundet)

Leipzig ist übrigens auch sehr apart, vor allem im Sonnenschein. Beim Stehtresentest Freitagnacht in der G-Garage (6 von 10) tatsächlich einen Ronny kennengelernt. So geht’s in Ostdeutschland.

Sportskanone

26.12.: Skoda Gameday, 31. Spieltag der ASSTEL-Bundesliga: Dresdner Eislöwen vs EV Landsberg 1:3 (0:1, 0:1, 1:1).

Besame me, besame me muuuucho! Landsberg

Bratwurst Feuer, Feuer, brennt nicht nur im Kamin...

In der maroden Eishalle von Dresden war es bitterkalt, es gab nur Freiberger Pils und verloren hat der Hausherr auch noch. An letzteres bin ich ja gewöhnt. Auch wenn mir das Spiel während der Angriffe zu schnell ist und ich die Spieler überhaupt nicht unterscheiden kann, war es trotzdem schön, nach einigen Jahren mal wieder reinzuschnuppern. Es herrschte wirklich beste Atmosphäre im ausverkauften Haus (2.865 Fans, Zuschauerschnitt der Kölner Haie in der DEL: 13.000).

Fotos von André (flickr-Set).

Weihnachten in der Queensbude

Mike. Und. Ich. Feiern. Weihnachten. In. Der. Queensbude.

In anderen Gegenden Deutschlands geht man ja eher spät aus, so auch in Dresden. Ich war vom ganzen Rotwein zum Festtagsgelage schon ganz müde, als wir endlich kurz vor 1Uhr die mäßig gefüllte Tanzfläche der Showboxx enterten. Pech für uns: Die Party hat nix von dem gehalten, was sie vom Flyer (siehe unten) versprach. Anstatt ordentlich Bumms aufs Ohr gabs vom bemerkenswert unattraktiv gewordenen Gunjah und dem sonst eigentlich fähigen Lexy nur belanglos-ermüdendes Geschrummel. Wenn sich mal eine gerade Bassdrum ins Set aus vermutlich rückwärts gespielten finnischen Whitelabels verirrte, war die Freude groß. Meine Zeit ist mir inzwischen eigentlich zu schade für affigen pseudo-coolen Krempel. Das Haus hätte rocken sollen und das tat es nicht. Und tschüß!

Ansatzdeprimiert trachteten wir nach dem Gnadenschuß und fuhren ins Queens, Dresdens Uralt-Homokaschemme. Mit offenen Mündern und blutenden Ohren verfolgten wir die musikalische Reise des DJs, der von Sunshine-Live-Dance über Pur bis zu allen selbstmordgefährdenden DDR-Popsongs nix Strafbares ausließ. Inmitten dieses audiovisuellen Infernos setzte sich der unattraktivste und ungewaschenste Gast auf den freien Stuhl neben mir und bot mir ein Gespräch an. Ich ging noch mal Bier holen. Als DJ FrankymausDD (sic!) kurze Zeit später die Frauenstimme eines mir zum Glück unbekannten Schlagers verträumt ins Mikrofon hauchte, war der Ofen aus, wir fuhren heim. Hier machste was mit…