Category Archives: FilmFilm

Billy Elliot – I will fight

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Ganz vergessen, wie wunderschön Billy Elliot war. Also der Film. Fun Fact: Der Darsteller des schüchternen kleinen Freunds von Billy, im Film Michael, im wahren Leben Stuart Wells, der sich während des Films so unverkrampft als schwul outet, hat kurze Zeit später das Schauspielern aufgegeben, um zur Armee zu gehen. Irak und so. Danach als Angestellter einer Sicherheitsfirma Beschützer von Schiffen vor Piratenübergriffen.  So sagt es die allwissende IMDB.

Aber eigentlich passt das ja auch zum Film.

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Nacht ohne Morgen

„Nacht ohne Morgen“ ist ein sehr trauriger Film nicht ohne Hoffnung und ein Paradestück über Melancholie. (FAZ)

Keine Frage, das ist kein leicht verdaulicher Happen, wie man ihn um diese Uhrzeit so oft serviert bekommt. Aber wer sich darauf einlässt, der wird mit einem großen Fernsehfilm belohnt. Einer, für den man seine Gebühren gerne zahlt. Im Krawallprogramm von RTL oder Sat.1 bekäme so ein Juwel keine Chance. (derwesten)

Immer schön, Dinge im öffentlich-rechtlichen Rundfunk abgesehen von Phoenix und trotz Steffen Simon zu entdecken, die die GEZ-Gebühr wert sind. Lief heute 20.15 Uhr in der ARD.

Der AIDS-Krieg

 

Der ARD zeigt aus Anlass des Welt-AIDS-Tages am Mittwoch, dem 16.11.2011 um 22.45 Uhr die vom WDR verantwortete Reportage “Der AIDS-Krieg“. Heute war Vorabpremiere im Filmforum des Museum Ludwig in Köln in Anwesenheit von Redakteurin Christiane Hinz und Produzent Uwe Dierks.

45 Minuten Flashback in die 80er, als Gauweiler und Spiegel Amok liefen und vor allem Homosexuelle stigmatisiert wurden, während sie zusätzlich ihren Freunden beim Sterben zusehen mussten. Anhand der Interviews mit Protagonisten aus unterschiedlichsten Lagern (u.a. Gauweiler, Ärzte, Aids-Hilfe, Jessica Stockmann, Rita Süssmuth, Matthias Frings, Heinz-Dieter Niemeyer, dessen Frau sich als Krankenschwester ansteckte) gelingt es der Reportage das von Angst und Panik geprägte Klima neu erlebbar zu machen. Der Film bietet tolle Bilder aus Berlin und San Francisco, genauso wie unfassbare Statements aus Talkshows und Bundestagsdebatten. Es geht nicht um die Wertung der Ereignisse und Taktgeber (Gauweiler kommt in seinem Interview beinahe kauzig-sympathisch rüber, was durch die Ausschnitte von damals konterkariert wird), jeder Zuschauer wird sich seine Meinung selbst bilden müssen. Damit ist die Reportage auch prädestiniert für Schulscreenings, der WDR bietet dankenswerterweise zwei Ausstrahlungstermine im Schulprogramm.

Nach der Vorführung gabs noch eine lockere Podiumsdiskussion, wobei besonders Herr Niemeyer, sichtlich bewegt, und Heinz Jarchow (Gründer AIDS-Stiftung) sehr emotional agierten. Der einführende Vortrag von Elfi Scho-Antwerpes (“Ich als AIDS-Hilfe…”) über HIV und AIDS heute war dagegen in Anbetracht des offensichtlich vorgebildeten Publikums überflüssig und zeitraubend, ich hab die halbe Diskussion verpasst. Warum man die Gelegenheit als AIDS-Hilfe Köln ungenutzt verstreichen ließ, die aufwendige Präventions-Filmkampagne 2011 aus dem eigenen Haus (“Paul und Etienne“) vorzustellen und in Verhältnis zur Reportage zu setzen, bleibt mir ebenfalls mindestens schleierhaft.

Jedenfalls: Unbedingter TV-Tipp und Kudos für den prominenten Sendeplatz in der ARD!

Termine:
Mittwoch, 16.11.2011 – 22.45 Uhr – ARD
Freitag, 25,11,2011 – 7.50 Uhr und 23.15 Uhr – WDR
Mittwoch, 30.11.2011 – 21 Uhr – Phoenix
Freitag, 2.12.2011 – 7.50 Uhr – WDR