Category Archives: Am Tresen

Dienstagsclubbing

Gestern dem Heimattresen wieder untreu geworden und in die erst seit Dezember laufende homosexuelle Dienstagsveranstaltung “CHICOS” getingelt. Das findet bei mir ums Eck (alles ist bei mir ums Eck) statt, im “Edelpink”, das früher mal “Zur wilden Muschi” hieß. Für die winzige Location haben die Macher das schöne Wort Microclubbing gewählt. Deren Werbung ist sehr hübsch gestaltet und gestern war rein zufällig “Soxx Night”, d.h. Bartender mit nix an außer Socken – und die nicht an den Füßen.

Die Musik war sehr angenehm, so die Househits vom letzten halben Jahr, die man noch gerne hört, dazu auffallend freundliches (Bar-)Personal und volle Hütte. Am Anfang waren die Jungs hinterm Tresen noch fully dressed, aber nach einer kleinen Feuershow zu späterer Stunde standen dann wirklich zwei mit Socken an da rum. Mich natürlich sofort verliebt (Bartender eben).

Dabei ist alles!

In Köln geht wieder was.. Kann ich mich sehr gut dran gewöhnen!

Woanders am Tresen

Freitag kurzfristig den aberwitzigen Plan entwickelt, den Abend nicht am Stehtresen zu verbringen, sondern zur Abwechslung was ganz verrücktes zu unternehmen. Heimlich, still und leise überquerten wir den Rhein. Wir fuhren eine Stunde lang durch dunkle, nicht sonderlich einladend wirkende Landschaften. Wir fuhren nach Bochum.

In der dort seit gefühlten 80 Jahren ansässigen Diskothek “Stargate” stieg die 70er/80er-Party, eine Veranstaltung, die dereinst als bestbesuchter Tag in eben diesem Tanzlokal galt. Ein lustiger Abend, befanden am Tag darauf alle, wobei die Musik dann doch stellenweise etwas ins Homoklischee abflachte (“At first I was afraid…”). Der Darkroom befindet sich in einem kalten, extra angebauten Gemäuer, das irgendwie alle “Garage” nannten. Einige schwule Autonarren wollten mich zu einer gründlichen Durchsicht überreden, ich konnte gerade rechtzeitig abbiegen.

Nach einem traurigen Blues zu “Thank you for the music”, offensichtlich der Rausschmeißer, kehrte uns das Putzpersonal vor die Türe und in eine Kaschemme namens “Intershop”, an die ich mich nur schemenhaft erinnern kann. Zurück am heimatlichen Stehtresen ging auch im Ecklokal das Putzlicht an.

Als ich am nächsten Tag die Augen aufschlug, wars schon wieder dunkel. Das muss Gutes bedeuten, darum bekommt Bochum 7 von 12 Punkten.

Weihnachten in der Queensbude

Mike. Und. Ich. Feiern. Weihnachten. In. Der. Queensbude.

In anderen Gegenden Deutschlands geht man ja eher spät aus, so auch in Dresden. Ich war vom ganzen Rotwein zum Festtagsgelage schon ganz müde, als wir endlich kurz vor 1Uhr die mäßig gefüllte Tanzfläche der Showboxx enterten. Pech für uns: Die Party hat nix von dem gehalten, was sie vom Flyer (siehe unten) versprach. Anstatt ordentlich Bumms aufs Ohr gabs vom bemerkenswert unattraktiv gewordenen Gunjah und dem sonst eigentlich fähigen Lexy nur belanglos-ermüdendes Geschrummel. Wenn sich mal eine gerade Bassdrum ins Set aus vermutlich rückwärts gespielten finnischen Whitelabels verirrte, war die Freude groß. Meine Zeit ist mir inzwischen eigentlich zu schade für affigen pseudo-coolen Krempel. Das Haus hätte rocken sollen und das tat es nicht. Und tschüß!

Ansatzdeprimiert trachteten wir nach dem Gnadenschuß und fuhren ins Queens, Dresdens Uralt-Homokaschemme. Mit offenen Mündern und blutenden Ohren verfolgten wir die musikalische Reise des DJs, der von Sunshine-Live-Dance über Pur bis zu allen selbstmordgefährdenden DDR-Popsongs nix Strafbares ausließ. Inmitten dieses audiovisuellen Infernos setzte sich der unattraktivste und ungewaschenste Gast auf den freien Stuhl neben mir und bot mir ein Gespräch an. Ich ging noch mal Bier holen. Als DJ FrankymausDD (sic!) kurze Zeit später die Frauenstimme eines mir zum Glück unbekannten Schlagers verträumt ins Mikrofon hauchte, war der Ofen aus, wir fuhren heim. Hier machste was mit…