Wie schön, dass man sich nach der nächsten Auswärtsfahrtenpleite gleich wieder anderen Dingen zuwenden kann. Zum Beispiel dem Fakt, dass auch die Elf vom Niederrhein verloren hat, vielen Dank auch für diese seit einigen Spieltagen anhaltende Schmerzlinderung.
Ansonsten gibt es ja eh Wichtigeres im Fußball, z.B. dem Herrn Hopp und seiner TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH die Füße zu küssen und ihn gegen jeden urwüchsigen, provozierenden und politisch unkorrekten Schmähgesang oder die entsprechenden Plakate in Schutz zu nehmen. Der arme Mann! Wie bei Schwarzenegger in dem sein Film soll mit ihm verfahren werden, wo er doch nur den deutschen Fußball retten und unsere Liga mit einer weiteren Farbe schmücken möchte. Heulsusen!
Da verlink ich doch sogar mal was aus Dortmund: Hopp soll seinen Mann stehen.
Und bei zdf.de liest man:
Der 68-Jährige sieht ein, dass Schimpfen in den Fußball-Stadien dazugehöre. Doch es gebe Grenzen, die nicht überschritten werden dürften. Wie “eben das Plakat am Sonntag, das für mich einer Aufforderung zum Mord gleich kommt.”
Ich muss brechen.
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4 Comments
Tschuldigung, aber bei aller Kritik am Hoffenheim-Modell: Jemanden in einer Zielscheibe zum Abschuss freizugeben ist dann doch ein wenig viel.
Und komisch, dass du zwar gegen Homophobie aber für das Äußern von Hass im Stadion bist.
Ja ich weiß, das wirkt etwas diffus.
Ich kann nicht verstehen, wie man in diesem speziellen Fußballumfeld anfangen kann, einen Klub wie ein Wirtschaftsunternehmen aufzubauen und dann nicht mit Gegenwind rechnet. Vor allem, das Hasta-La-Vista-Plakat auch noch ernst zu nehmen, finde ich hochgradig dämlich. Die Mannschaft gibt die Antwort doch auf dem Platz – insofern sollte sich Hopp nicht immer in den Vordergrund spielen und die Aufmerksamkeit von der tollen Mannschafts- und Betreuerleistung ablenken.
Nein, es wirkt nicht diffus, es IST diffus ;)
Meiner Erfahrung nach muss man einen Bundesligaclub nicht mehr zu einem Wirtschaftsunternehmen umbauen, alle 18 sind schon welche. Das schließt deinen FC genauso ein, wie meinen HSV. Ich kann ja verstehen, dass manche Menschen es befremdlich finden, dass quasi auf der grünen Wiese ein neuer Spitzenclub gebastelt wird, und man Herrn Hopp für seine (übrigens im Vergleich zu z.B. England nahezu vorbildlich nachhaltige) Mäzenatentätigkeit kritisiert. Das man ihm deswegen den Tod wünscht und ihn derart persönlich ins Kreuzfeuer nimmt, finde ich albern, weil das, was man durch ihn etabliert sieht, schon längst Realität ist.
Spannend übrigens, dass das Logo von VW und die Visage von Herrn Magath noch auf keinem dieser Plakate und aus keine Fankurve angegriffen wurde. Was da abgeht, das ist echtes, Abramowitsch-artiges Mäzenentum.
Du hast dir das falsche Opfer ausgesucht.
Gazprom04, Vizekusen und die Werkself aus Wolfsburg mag natürlich auch niemand – aber da lässt sich der Unmut eben weniger an einer Person direkt fest machen. Ich frage mich halt, was Hopp erwartet hat? Blumenkinder?
Fankultur beruht eben auf Emotionen und die muss er aushalten genau wie das Kreuzfeuer, wenn er sich in seinem Erfolg sonnen will. Wurst-Uli kann das ja auch auf seine Art. Ich denke wie gesagt, er tut seinem Projekt keinen Gefallen, in dem er sich ständig an die Nachrichtenfront schiebt – und ich empfinde das Plakat immer noch nicht als Morddrohung.
Dass alle Proficlubs knallharte Wirtschaftsunternehmen sind, ist mir bewußt (gerade beim FC z.B. wurde von Manager- und Vorstandsebene in Interviews zum DFB-Pokal ausschließlich vom Geld gesprochen). Man kann das im Sinne der Fußballromantik und des Fanseins meistens noch grad so verdrängen. Bei der TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH wird es nicht versucht, sondern im Falle des Erfolgs noch als Maß der Dinge deklariert.